Review: B.3.A.R.D.S. (Episode 3)

Was für eine Nacht!
Der Samstag bricht an und wir haben eine etwas anstrengendere Reise hinter uns. Gestern Nacht gab es im Delphi Showpalast in Hamburg ein abendfüllendes Programm, die RocketBeans haben ihre Pen&Paper Saga B.E.A.R.D.S. forgesetzt. Im mittlerweile dritten Teil (inzwischen auch auf YouTube) haben Lasse, Tjark, Geronima und Steppken wieder so manche schwierige Situation gemeistert – diesmal vor 300 glücklichen Live-Zuschauern. Und mittendrin (ne, gelogen, wir saßen eher außen) saßen wir zu viert unruhig auf unseren Plätzen.

Aber spulen wir ein paar Stunden zurück.
Gegen 14 Uhr haben wir uns zu viert ins Auto gequetscht und sind über die Autobahn Richtung Hamburg gebrettert. Wie sich schnell herausstellte (zu Raiks Leidwesen) war der mobile Internetempfang auf der Autobahn schwach. Zu schwach um Pokémon zu fangen. Ja, natürlich sind auch wir zu fleißigen Sammlern geworden. Bis zur Hamburger Innenstadt lief alles nach Plan, guter Verkehr, gute Gesellschaft und Ollis Lunchbox hielt auch noch einige Überraschungen für uns bereit. Wir kamen um 18.03Uhr 2 Querstraßen vom Showpalast entfernt hat. Hey, wenn 18.45Uhr der Einlass beginnt, sollten wir noch essen gehen. Glücklicherweise waren wir nicht weit vom Burgerlab entfernt, das wir bereits von einem früheren Besuch kannten.

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Ungefähr eine halbe Stunde später standen wir vor dem Showpalast. Naja, fast, denn die Schlange zog sich bis zur nächsten Straßenecke, da hätten wir wohl deutlich früher vor Ort sein müssen um vorne zu stehen. Auf der anderen Seite hatten wir gut gegessen, ich denke das gleicht sich aus. Und unsere Plätze waren zwar ziemlich weit hinten, aber (abgesehen vom Kopf des Herren vor mir) der Blick war gut. Die Leinwand war einsehbar und die Bühne auch gut zu erkennen, wie man auf dem Bild (Kartoffelkameras sind ungeeignet in dunklerer Umgebung) erahnen kann.

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Bevor wir zum Inhalt (und damit potenziellen Spoilern) des Abends kommen, ein paar Worte zu allem anderen: unsere Plätze waren gut, mit einem Tisch wäre es noch besser gewesen, aber akzeptabel. Lediglich etwas eng war es, ich musste meine Schultern zwischen die von Olli und Raik quetschen. Es ging, war aber nicht die angenehmste Erfahrung. Auch die Luft wurde logischerweise mit jeder Minute schlechter, ab 22Uhr kam aber irgendjemand auf die gute Idee die Fronttüren weit zu öffnen, sodass durch die Ausgänge ein frischer Luftzug hereinkam. Aus meiner Sicht kann man sich zwar über die kleinen technischen Holperer beschweren, allerdings wurde für mich gut darüber hinweg moderiert, sodass es eigentlich oft eher witzig war. So mancher Fan hatte sich auch entsprechend des Abendthemas verkleidet, von “Naja” bis “Oh, stark” war eigentlich alles vertreten. Das Publikum empfand ich generell als passend, nervige Zwischenrufe waren selten (und vermutlich oft Anzeichen von einem Met zu viel) und ich glaube, dass der positive Effekt für die Spieler deutlich alles negative überwogen hat. Es ist einfach viel besser ein Publikum zu haben, dass über Witze lachen kann, als diese Witze vor einer Kamera zu machen, von der man keine Reaktion mitbekommt. Und Reaktionen gab es zu Hauf. Von jubelndem Beifall zu energischen Buh-Rufen, als die Jungs gegen den Saal “Schiffe versenken” spielten, war alles dabei. Wir haben selbst mehr als genug gelacht! So viele großartige Wortwitze und coole Sprüche, dass meine Kiefermuskeln heute leichte Muskelkatererscheinungen zeigen.

spoilerwarning

Als Spielleiter fand ich den Abend sehr interessant, besonders die vielen Spiele haben mir gefallen. Ich werde mit Sicherheit einige Ideen in naher Zukunft verwenden und leicht ändern, damit sie auch in unsere Spielrunden einfließen können. Eine besondere Situation ist für mich immer der Umgang mit dem Publikum, sowohl vor den Bildschirmen als auch den Menschen im Saal. Einige Spiele, wie das Schiffe versenken, profitieren stark davon, andere, wie das Rezeptmemory, hätten aus meiner Sicht noch etwas mehr Feinschliff vertragen können, der Aufbau des Spiels dauerte einfach zu lange. Wobei das wieder Meckern auf hohem Niveau ist, das sei klar gestellt. Ich habe jetzt auch schon mehrfach gelesen, dass Hauke zum Ende des Abends ziemlich durch den Wind war. Ich hatte bei der ständigen Wiederholung des Dorfes auf ein Murmeltier-Rätsel gehofft. Daraus wurde leider nichts, aber auch das ist eine Idee, die ich gerne mitnehme und demnächst meine Spieler damit konfrontiere. Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass etwas mit Hauke nicht stimmte, man sieht wohl immer, was man sehen will – und ich wollte Mastermind Hauke sehen, bei dem hinter all diesen Spielereien ein Plan steckt. Und die Situation war für sich ohnehin Gold wert, ich glaube ich habe noch bei keiner Pen&Paper-Folge so sehr gelacht und die waren nun wirklich alles andere als humorlos und schlecht!

Was die Länge angeht war es mir einen Ticken zu lang. Für mich hätte nach dem Rap-Battle als glorreicher Moment Schluss sein können.

Den Rest muss ich mit wohl noch einmal bei der Wiederholung ansehen, vielleicht habe ich auch einiges nicht richtig mitbekommen. Ich denke aber, dass man nicht jede Folge mit einem möglichst guten Cliffhänger enden lassen muss (das bezieht sich auch auf unsere eigenen Folgen). Natürlich ist es cool und macht Lust auf den nächsten Teil, aber mit einem Höhepunkt zu enden hat auch seine Reize.
Aber lassen wir das. Ich will jetzt nicht jede einzelne Entscheidung von Hauke analysieren, die gesamte Runde an sich hat mir als Zuschauer sehr viel Spaß gemacht. Ich würde es nicht so schnell wiederholen, allerdings bezieht sich das vor allem auf die Fahrt nach Hamburg, denn er Rückweg direkt im Anschluss war anstrengend. Als abschließende Kritik muss ich sagen, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass das Abenteuer relativ strikt geplant ist und nicht sehr viele Abweichungen erlaubt. Das mag natürlich daran liegen, dass die Sets und Grafiken vorbereitet werden müssen und nicht innerhalb von 5 Minuten gebaut sind, was an sich schon Grund genug ist. Vielleicht liegt es aber auch an Hauke, der mir nur das Gefühl gibt, er hätte das alles schon geplant. Naja, zumindest am Ende schien er mir doch in einem Tunnel zu stehen, aber es war für uns alle ein langer Abend. Und am Ende steht fest: ich freue mich auf den nächsten Teil.

Wie steht es mit euch, habt ihr die Folge gesehen? Wart ihr auch Live dabei, oder habt ihr es euch vor dem Bildschirm bequem gemacht? Wie hat euch das Abenteuer gefallen?

Um an dieser Stelle die Bohnen noch einmal selbst zu Wort kommen zu lassen:

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