Review: BEARDS (Episode 6)

So geht nun eine lange Reise zu Ende.
Die sechste Folge des großen B.E.A.R.D.S.-Epos (inzwischen auf YoutTube verfügbar) hat uns noch einmal einen wunderbaren, geselligen Abend verschafft.

Kaum zu glauben, dass uns das ganze Abenteuer in unserer Welt über mehr als ein Jahr begleitet hat. Im Juni 2015 gab es die ersten Teaser für die zweite Staffel der großen Pen&Paper-Show, am 3.Juli dann das erste große Abenteuer. Ja, natürlich gab es irgendwo zwischen Teil 2 und 3 eine etwas längere Wartezeit, aber das ist wie mit vielen Dingen, die in der Vergangenheit liegen: rückblickend kommt es mir schon gar nicht mehr so lang vor.
Seit dem Beginn der Reise hat sich sowohl innerhalb des Abenteuers als auch für uns so viel getan und geändert. Hauke arbeitet nicht mehr bei den Rocketbeans, findet aber trotzdem immer wieder seinen Weg vor die Kamera. Wir haben kurz nach der ersten Folge unseren Podcast gestartet und inzwischen genügend Material, um 5 Tage am Stück nichts anderes mehr zu hören. Und das Rocketbeans-Team gleicht mittlerweile einer kleinen Armee.

Auch die Show selbst hat, meiner persönlichen Meinung nach, viele Höhen und Tiefen erlebt. Bevor ich darauf aber genauer eingehe, es ist wie mit allem, was man liebt: vielleicht klingt die Kritik etwas härter, als ich sie meine. Wenn ich die Show aber nicht absolut super finden würde, würde ich mir nicht jedes Mal die Zeit nehmen mit Raik vor dem Fernseher zu sitzen. Für mich ist die große Message hinter allem, die Hauke mit jeder Folge, jedem Rätsel, jedem NPC immer eisern verfolgt hat: Sei experimentierfreudig.
Es ist wundervoll zu sehen, wie er und das Team sich so viele kleine Rätsel, schöne Bilder, Charaktere und, gemeinsam mit der Community, eine faszinierende Welt ausgedacht haben. Natürlich kann nicht jede Idee ein voller Erfolg sein, manche kommen gar nicht erst zustande. Leute aus dem Publikum während der Sendung via Teamspeak integrieren? Diese Idee ist gestorben bevor sie umgesetzt werden konnte. Der Weg durch das Sumpflabyrinth? Für eine private Gruppe cool, für eine Show vielleicht nicht bestmöglich umgesetzt.
Schiffe versenken mit dem Live-Publikum und dem Chat? Grandios.
Besonders hervorheben will ich auch noch einmal das Rätsel des letzten Abenteuers, in dem die Jungs in der Dunkelheit eines der Boote finden mussten, um in See zu stechen.

Im ersten Moment war meine Reaktion, dass dieses Rätsel sehr unfair für die Spieler ist. Natürlich ist es machbar, aber die Chance zu scheitern war sehr hoch. Dann dämmerte es mir allmählich: sie mussten ja gar nicht den schwierigsten Weg wählen. Sie konnten sich auch mit der kleinen Nussschale im unteren Drittel auf der rechten Seite zufrieden geben. Oder mit dem etwas großeren Boot im zweiten Drittel. Nur wenn sie das wirklich große Schiff wollten, mussten sie sich der Herausforderung stellen sich den ganzen Weg einzuprägen. Damit ist den Spielern überlassen, wie schwierig sie es sich machen wollen. Mit größerem Risiko winkt aber auch eine größere Belohnung. Das ist unsagbar gut. Allein für dieses Rätsel kann ich wieder nur applaudieren.
Insgesamt gefiel mir die Balance der Folge sehr gut. Es gab wieder Abstimmungen für den Chat, kleine Animationen die die Geschichte vorantrieben, gute Rätsel und am Ende einen intensiven Kampf um alles oder nichts.

Wo wir schon beim Ende sind: es war sehr gut geschrieben. Nicht annähernd hatte ich damit gerechnet, dass wir hier dabei zusehen, wie sich ein Sequel zu T.E.A.R.S. entfaltet. Auch hier waren die Charaktere wieder wundervoll. Ginö, der eigentlich nur die besten Absichten hatte. Der Alchemist, der ein durchtriebener Mistkerl war und selbst in seinem Tod nur den Spielern im Weg stehen muss und sie neuen Gefahren aussetzt. Und dann der grandiose Endkampf gegen die willenlose Horde, in der jeder Spieler auf seine Art noch einmal die Kunst vollbracht hat, seine Charakterstärken auszuspielen und zu glänzen.
Im Moment muss ich trotzdem sagen, dass mir die Stimmung in TEARS, besonders in der letzten Folge, besser gefiel. Ich war mehr gefangen in der Geschichte, die Dramatik hat sich besser entfaltet. In keinem Fall aber ist BEARDS eine Enttäuschung, nur hat noch das letzte Fünkchen gefehlt. Unterm Strich kann ich es aber jedem nur empfehlen und sei es nur, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Vielen Dank an das ganze Team für all die wundervollen Stunden in denen ich so gut unterhalten wurde wie noch nie.

Was war euer liebster Moment dieser Folge oder sogar der ganzen Staffel? Wie empfandet ihr die neuen Rätsel und Interaktionsmöglichkeiten?

3 comments on “Review: BEARDS (Episode 6)

  1. Dave

    Finde Vergleiche zwischen BEARDS und TEARS immer irgendwie blöd. Ich finde, die Charaktere aus der BEARDS-Welt haben ein Anrecht darauf, unabhängig der vorherigen Charaktere Bewertet zu werden. Allein schon dadurch, das TEARS das erste P&P der Beats war, haben die Charaktere dort einen Vorteil in der Bewertung, denke ich. Ich persönlich fand die Welt von Beards super interessant, weil sie lebhaft und bewohnt ist. Sie ist eben keine triste (nicht wertend) postapokalyptische Einöde. Diese Welt hat sich für mich vor allem in den ersten Beiden Episoden prächtig entfaltet. Besonders stark fand ich hier die zweite Episode, welche in der fremden Stadt spielte.

    1. Björn
      Björn

      Ich kann dich voll verstehen, ich fand die Welt von BEARDS ebenfalls interessanter. Die Charaktere zu vergleichen… das wollte ich so nicht ;) Was ich aber (für mich persönlich) vergleichen kann, ist die Stimmung, die es bei mir ausgelöst hat. Ich weiß gar nicht genau woran es lag, aber da hat mich TEARDS mehr mitgerissen, obwohl BEARDS aus meiner Sicht handwerklich deutlich besser war.

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