Adventskalender voller Fallen

Einen wunderschönen ersten Advent!
Dieses Jahr habe ich das große Vergnügen, ja, die Ehre, euch unseren eigenen Blog-Weihnachtskalender zu präsentieren:
TripleTwentys Rätsel und Fallen für spannende Momente!

Und da wir ja noch nicht einmal beim ersten Türchen sind, will ich diesen Beitrag nutzen um 3 Dinge zu besprechen:
1. Was bedeutet das?
2. Warum Fallen und Rätsel?
3. Für welches System?

Die erste Frage ist sicherlich die einfachste. Vom 1. bis zum 24. Dezember wird jeden Tag ein neuer Beitrag veröffentlicht, in dem ich euch eine Falle oder ein Rätsel präsentiere. Die könnt ihr so in eurer Runde übernehmen, oder anpassen. Seht es als Inspiration.

Aber warum mache ich das? Nun, weil in unserem Discord vor längerer Zeit die Frage nach einer großen Liste mit Fallen aufkam. Es gibt eine ganze Menge an Listen mit Fallen und Rätseln im Internet. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele dieser Listen sehr… regellastig sind. Oft geht es mehr um Schaden und um Würfelwürfe, als darum etwas zu lösen. Das ist ja irgendwie auch einleuchtend, denn der Unterschied zwischen einer Falle und einem Rätsel ist im Grunde, dass dich eine Falle unvorbereitet trifft. Ein Rätsel wird dir gegeben und du hast Zeit, es zu lösen. Das lässt sich beispielsweise bei Dungeons & Dragons dadurch darstellen, dass du einen Raum betrittst und, sofern du nicht genau beschrieben hast, wie vorsichtig du bist, darauf würfeln darfst, ob dich die Falle trifft, die du gerade ausgelöst hast.

Das Problem, welches ich damit habe, ist, dass die Art, das System der Falle eigentlich egal wird, denn das Schema ist:

  • Prüfe, ob du die Falle entdecken kannst
  • Prüfe, ob du die Falle entschärfen kannst
  • Prüfe, ob du dem negativen Effekt widerstehen kannst
  • So viel Schaden nimmst du: X

Ob nun Sägeblätter aus dem Boden schießen, oder dir eine Fallgrube mit spitzen Speeren zum Verhängnis wird – es spielt eigentlich keine echte Rolle.
Das sollte es aber. Deswegen will ich euch eine Reihe von Fallen und Rätseln zeigen, bei denen der Fokus darauf liegt, dass sie Spaß machen und sich unterschiedlich anfühlen. Ob mir das gelingt, dürft ihr entscheiden. Als ersten Schritt ändere ich den Ansatz: wir werfen Rätsel und Fallen in einen Topf! Meistens befinden sich Fallen ja ohnehin in Situationen, in denen die Spieler damit rechnen, dass ihnen Fallen begegnen werden. Also suchen sie aktiv danach. Das macht es natürlich frustrierend, wenn das in jedem Raum eines Dungeons bedeutet, dass ein Wurf auf Perception die Frage klärt, ob die Falle gefunden wird. Stattdessen bauen wir offensichtlichere Fallen. Denn nur weil ein Charakter eine Falle als solche erkennt, ist diese noch lange nicht entschärft. Bringing back Rollenspiel into Fallen!

Und genau durch diese Motivation gibt es kein System, an dem ich mir orientiere. Ich glaube, dass ihr alle alt genug seid, um selbst zu entscheiden, ob ihr irgendwas mit dem Würfel entscheiden wollt. Also könnt ihr auch selbst entscheiden, wann gewürfelt werden soll – wenn überhaupt. Ich will nur das Rahmenwerk vorgeben.

Damit wünsche ich euch eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

Was, ihr seid angefixt und wollt schon jetzt eine Falle haben? Das ist reichlich forsch, aber gut. Es ist ja eine Zeit des Schenkens.

Der falsche Weg

Vor euch befindet sich ein langer Gang, knapp 3 Meter breit und… Vielleicht 14 Meter lang. Die Wände, Boden und Decke sind alle aus dem gleichen, glatten Stein gehauen. Schon bevor ihr den Raum betreten habt, habt ihr dieses Geräusch gehört. Ein metallisches Klacken, gefolgt von einem Zischen und einem weiteren Klacken. Wieder und wieder. Jetzt seht ihr auch die Quelle der Geräusche – alle paar Sekunden schießen scharfe Metallstangen den kleinen Löchern in Boden und Decke. Knapp 2 Meter vor euch beginnt dieses Konstrukt und bei der Wucht, mit der die Speere hochschnellen, seid ihr sicher, dass sie alles in ihrem Weg durchstoßen.

Schienenhafte Darstellung der Falle. Ansicht des Gangs mitsamt dem Geheimgang an der Seite, sowie Aufbau der Speere an Decke und Boden.

Das Problem
Die „Falle“ ist in diesem Fall offensichtlich – lass dich von den Speeren treffen und es nimmt kein gutes Ende. Das Konstrukt funktioniert am besten als Hindernis zwischen zwei Punkten und ohne Zeitdruck.
Der Takt zwischen zwei Stößen ist dabei so hoch, dass es schier unmöglich ist rechtzeitig hindurch zu rennen.

Die Lösung
Direkt neben dem Eingang befindet sich eine geheime Tür, durch die man in einen parallelen Gang kommt. Dieser führt an den Speeren vorbei und ist vollkommen finster – aber ungefährlich (letzteres Wissen die Spieler natürlich nicht).

Die Alternative(n)
Die vorangegangene Beschreibung ist natürlich nur ein Vorschlag von mir. Nehmt euch, was euch gefällt und ändert, was euch nicht gefällt! Macht es zu eurer eigenen Falle. Ein paar Ideen, wie man die Falle abändern kann, will ich euch auch noch mitgeben:

Manchmal kann es auch einfach simpel bleiben: ein versteckter Schalter, der die Speere stoppt.

Die Speere können unter dem Boden auch alle mit einer riesigen Platte verbunden sein. Schafft man es, einen Speer zu stoppen/blockieren, würden alle blockiert werden. Das kann aber knifflig sein, da die Bodenöffnungen exakt den Durchmesser der Speere haben. Ein einfacher Stein würde hinausgeschossen werden und richtet mit etwas mehr Pech als Geschoss mehr Schäden an, als man erwartet hätte.

Anstatt Speere zu nutzen, können es natürlich auch Säulen sein, die alles zwischen sich zerquetschen. Oder Boden und Decke schießen einander entgegen. Im Prinzip könnt ihr hier alles nutzen, was ein scheinbar unüberwindbares Hindernis darstellt. Flammensäulen, Säureregen, scharfe Sägeblätter.

Wenn ihr euren Spielern etwas mehr Raum für Fehler geben wollt, nehmt Luftdruck. Alle paar Sekunden pustet ein unglaublich starker Wind alles im Gang wieder zurück zum Anfang. Die Charaktere können gern rennen, wenn sie nicht schnell genug sind (oder den geheimen Weg nutzen) werden sie wieder zurück zum Eingang geblasen.

Anderes Setting
Das.ganze kann mit kleinen Anpassungen auch gut in andere Settings integriert werden. Dabei würde ich vor allem die Beschreibung des Raums ändern – in einem futuristischen Setting würde ich beispielsweise große Metallplatten an den Wänden und dem Boden nehmen. Und vielleicht statt der Speere Laser, je nachdem, wie spacig es sich anfühlen soll.

Frohe Weihnachtszeit!

Ich hoffe, diese erste Idee hat euch gefallen und Lust auf die nächsten Tage gemacht. Wenn ihr ebenfalls coole Ideen für Fallen oder Rätsel habt, teilt sie gern mit mir!

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