Adventskalender #1 – Arizaras Pfad

Einen fröhlichen 1. Dezember und damit direkt zu unserer ersten Falle! Vorher jedoch ein Wort der Warnung – dieser Inhalt richtet sich primär an Spielleiter*Innen. Wenn ihr also Spieler*Innen seid, seid euch bitte bewusst, dass ihr euch selbst spoilern könntet.

Arizaras Pfad des reinen Herzens

Vor euch befindet sich ein langer Gang, knapp 3 Meter breit und mehrere Meter lang. Auf der linken Seite befinden sich über die gesamte Länge faustgroße Löcher in der Wand. Auf der Höhe, auf der die Löcher in der Wand beginnen, befinden sich verschiedenfarbige Flecken auf dem Boden und an der rechten Wand – die meisten sind schwarz-bräunlich. Während die Flecken zu Beginn noch die ganze Breite des Gangs bedecken, nehmen sie kurz darauf abrupt ab. Nach ungefähr 6 Metern ist der letzte große Fleck zu sehen, danach ist sind Boden und Wände auffällig sauber.

Grobe Zeichnung eines dunklen Gangs mit Löchern in der linken Wand

Das Problem
Der gesamte Boden ist ab der Höhe der Löcher eine einzige große Druckplatte. Sobald ein bestimmtes Gewicht überschritten wird, schlägt der Boden gegen die rechte Wand und zerquetscht dabei alles, was sich in diesem Moment auf ihm befindet.
Die dunklen Flecken sind die blutigen Überreste unglücklicher Vorgänger. Sie werden mit zunehmender Entfernung immer weniger, weil die meisten Unglücklichen beim ersten Schritt zerdrückt wurden. Einige haben versucht, die Druckplatten zu überspringen, ebenfalls erfolglos, weswegen sich auch weiter entfernt noch vereinzelte Flecken finden.
Es ist euch überlassen, ob das notwendige Gewicht bereits durch einen Stein ausgelöst wird (ich würde es nicht machen) oder erst, wenn man beispielsweise mit einem Stab auf den Boden drückt. Auch ein vorsichtiger Schritt kann die Falle auslösen, aber wenn das Hauptgewicht auf dem anderen Bein liegt, würde der Charakter vermutlich nur herumgerissen werden ohne sich zu verletzen.

Die Lösung

Wie umgeht man die Falle also? Am einfachsten mit den Löchern in der Wand. Hier kann man gefahrenlos entlangklettern. Ja, manchmal kann es so einfach sein.
Wer der durch Magie, technische Hilfsmittel oder anders des Fliegens/Schwebens mächtig ist, kommt hier natürlich auch ohne Probleme lang.

Wo befindet sich die Falle?
Ganz offensichtlich gehen Dungeons natürlich immer für derartige Konstruktionen. Ich kann es mir aber genauso gut in einem Tempel oder im Haus einer reichen Person vorstellen. Wobei letzteres zu jemandem passt, der odr die den Nervenkitzel braucht, jeden Abend und Morgen auf dem Weg zum Schlafgemach über eine Todesfalle zu klettern.

Die Alternative(n)
Ihr könnt die Löcher weglassen und es so drehen, dass das Gewicht einer Person nicht ausreicht, sondern zwei notwendig sind. Dann klärt aber schon eine Weile vorher, was eure Spieler denken, was ihre Charaktere wiegen. Manchmal liegt das nämlich innerhalb einer Gruppe weit auseinander (wir haben beispielweise einen Charakter mit 80kg und einen mit ca 600kg).

Wenn ihr eine gewaltfreie Falle braucht, nehmt die dunklen Flecken weg und beschreibt einen dünnen, glänzenden Ölfilm auf dem Boden (im gesamten Raum). Anstatt die Opfer gegen die Wand zu schlagen, kippt die Ebene an, sobald der Druck ausgelöst wird und die Charaktere rutschen zum Anfang des Raums zurück. In diesem Fall könnt ihr den sicheren Weg auch schwieriger gestalten. Anstatt die Löcher nur an der Wand zu platzieren, könnt ihr sie natürlich dort starten und dann über die Decke wandern lassen. Das würde schon ein gutes Stück Körperbeherrschung erforderung, um den Weg zu passieren.

Das grundsätzliche Problem dieser Falle ist, dass sie wenig Raum für Fehltritte lässt. Wenn eure Charaktere nicht vorsichtig sind und ihr ein schnelles Ende vermeiden wollt, lasst den Boden nicht komplett gegen die Wand drücken. Durch diese Lücke könnten die Charaktere nur gebrochene Knochen davontragen, anstatt direkt das Leben zu verlieren.

Um das ganze offensichtlich zu machen, könnt ihr statt des beweglichen Bodens auch ein Becken aus Säure nehmen. Oder, viel dramatischer, glühende Lava (wobei wir am besten ignorieren, wie verdammt heiß das wäre). Also eigentlich geht hier alles, was man in Becken kippen kann. Ein pechschwarzer Abgrund tut es zwar auch, ist aber nicht so dramatisch.

Die Geschichte

Die Tüftlerin Arizara wurde einst von einem König damit beauftragt, eine Prüfung für jene zu entwerfen, die um die Hand seiner Tochter eiferten. Nur jene, die reinen Herzens waren, sollten die Prüfung bestehen können. Arizara verbrachte Wochen mit dem Entwurf und präsentierte dem König schlussendlich einen Gang, der nur von jenen beschritten werden kann, die reinen Herzens sind. In Wahrheit hatte sie einfach nur Druckplatten so eingestellt, dass die meisten Kandidaten schlichtweg zu schwer sein würden, behielt dies aber für sich.
Der König war begeistert und seine Tochter schritt den Gang ohne Probleme hinab. Da der König seiner eigenen Meinung nach ebenfalls reinen Herzens war, schritt er den Gang als nächstes hinab. In dem Moment wurde Arizara schmerzlich bewusst, dass sie damit zwar gerechnet hatte – nicht aber mit dem Gewicht der Krone des Königs. Wie sein Körper wurde ihr Traum vom großen Reichtum mit einem lauten Knall erschlagen.

Euer Feedback

Es zerquetscht mich fast vor Neugier, wie ihr diese erdrückende Falle findet. Ob hier als Kommentar, auf Twitter oder in unserem Discord – teilt eure Eindrücke mit mir!
Das wären meiner Meinung nach übrigens drei sehr gute Anspielungen auf die Falle.

Und falls ihr sie noch nicht gesehen habt: unter Adventskalender voller Fallen findet ihr die letzte Falle.

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