Adventskalender #8 – Rutschige Rampe

Vorsicht, bei den niedrigen Temperaturen kann es auf den Straßen ganz schön glatt werden. Aber auch wir widmen uns mit der heutigen Falle einer wahren Rutschpartie.
Zuvor ein Wort der Warnung – dieser Inhalt richtet sich primär an Spielleiter*Innen. Wenn ihr also Spieler*Innen seid, seid euch bitte bewusst, dass ihr euch selbst spoilern könntet.

Rutschige Rampe

Der Gang vor euch ist lang und schmal – kaum zwei Meter sind es zwischen der linken und der rechten Wand. Auch die Decke hängt mit ungefähr drei Meter Höhe nicht sonderlich weit weg. Langsam steigt euch ein Geruch in die Nase, der euch frisch geschnittenes Gras erinnert und im tanzenden Schein der Fackel erkennt ihr einen leichten Glanz auf dem Boden.

Das Problem

Der Geruch und der Glanz auf dem Boden sind Hinweise auf den Ölfilm, der auf dem Boden aufgetragen ist. Das ist für sich schon eine Gefahr, denn es ist leicht, hier auszurutschen. Allerdings endet das Problem damit nicht. Denn der mittlere Teil des Gangs ist beweglich und kann nach unten abkippen, sobald er mit ausreichend Gewicht beladen wird.

Die Konstruktion funktioniert wie folgt: der Boden ist wie ein Dreieck gebaut, dessen lange Seite wir als Boden sehen. Am Ausgangspunkt ist dieses Dreieck an einer Achse befestigt, darunter befindet sich eine große Stahlfeder, die den vermeintlichen Boden nach oben drückt. Je weiter man also den Gang entlangschreitet, desto mehr Kraft drückt durch das Gewicht auf die Feder und lässt damit den Boden kippen. Durch den Ölfilm ist es nun ein leichtes in den sich öffnenden Abgrund zu rutschen.

Bildliche Darstellung der zuvor beschriebenen Falle

Die Lösung

Neben dem beweglichen Boden ist das Öl ein Hauptproblem. Ohne diese zusätzliche Herausforderung wäre es mit viel Geschick denkbar, dass ein Charakter so weit wie möglich läuft und dann rechtzeitig abspringt, um zum rettenden Ende zu gelangen.
Grundsätzlich ist es für eine Gruppe eine gute Idee, wenn man dem wagemutigen Charakter ein Seil umbindet, um ihn oder sie im Notfall zurückziehen zu können. So wäre schonmal gesichert, dass man mehrere Versuche hat, ohne ernsthaft in Gefahr zu sein. Ansonsten funktioniert jede Lösung, die den absenkbaren Boden als Abgrund wahrnimmt, beispielsweise Fliegen, an der Decke entlang klettern oder das eigene Gewicht so weit zu reduzieren, dass der Boden später abkippt.

Es ist auch vorstellbar, dass die Charaktere sich daran machen das Öl zu beseitigen. Sie könnten es Stück für Stück mit einer Fackel verdampfen (denn es ist nicht brennbar) oder mit magischen Mitteln den Boden reinigen. Großzügig Sand zu verstreuen ist ebenfalls hilfreich.

Wo befindet sich die Falle?

Die letzten Male habe ich ja Fallen vorgestellt, die nicht zwangsläufig in einem Dungeon platziert sein müssen. Diesmal spreche ich mich klar für den Kerker aus – diese Falle ist klassisch und gehört in ein Dungeon.

Die Alternative(n)

Bisher ungeklärt ist auch die Frage, was sich im Abgrund befindet. Hier könnt ihr wieder kreativ werden – ob Speere, ein Loch zu einem anderen Raum oder auch einer Grube voller stinkender Flüssigkeit ist alles denkbar. Solltet ihr euch für die stinkende Flüssigkeit entscheiden – der Geruch wird das Monster im nächsten Raum wahnsinnig machen, sodass es nur den/die Charakter(e) angreift, die das Pech hatten in der Grube zu landen.

Ihr könnt natürlich das Öl weglassen. Aber das macht die Sache nicht so knifflig.

Die Geschichte

Manche Fallen haben keine Geschichte, weil niemand sie bisher überlebt hat, um davon zu berichten. In diesem Fall ist das anders, denn Jao’Quec kann davon berichten. Und er kann auch davon berichten, wie er seiner Gruppe das Leben gerettet hat.

Dabei ist Jao’Quec niemand, dem man eine solche Heldentat ansieht. Er sagt auch selbst, dass es eher die Hand der Götter war, als sein eigenes Können. Denn der Mann ist gut und gerne so groß wie breit. Und das heißt einiges, denn Jao’Quec ist ziemlich groß. Und verdammt schwer. Als seine Gruppe auf der Rampe war, zog ihn sein Gewicht so schnell nach unten, dass er wie ein Keil zwischen der Wand und der Rampe stecken blieb, bevor irgendjemand hinabfallen konnte.

Danach dauerte es zwar zwei Stunden, bis sie ihn wieder befreit hatten, aber was zählt ist: sie haben es geschafft. Und zwar alle.
Damit waren sie die ersten, die seit fünf Jahrhunderten den unteren Teil des Tempels erkunden konnten. Zwar haben sie es nicht bis zum sagenumwobenen Schwert geschafft, aber einige andere Schätze kamen wieder ans Tageslicht.

Alles nur dank Jao’Quec.

Euer Feedback

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Wenn ihr die letzten Fallen sehen wollt, findet ihr sie hier:
Adventskalender voller Fallen
Adventskalender #1 – Arizaras Pfad
Adventskalender #2 – Packende Löcher
Adventskalender #3 – Anziehungskraft
Adventskalender #4 – Olsens Schloss
Adventskalender #5 – Abenteurerfalle
Adventskalender #6 – Schwebende Knochen
Adventskalender #7 – Eimer voller Wasser

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